„Wir haben Google Ads probiert — bringt nichts"

Diesen Satz höre ich von lokalen Unternehmen in Berlin ständig. Meistens folgt darauf eine Geschichte, die immer gleich abläuft: Ein paar hundert Euro in Google oder Facebook gesteckt, ein paar Klicks bekommen, null Anfragen. Fazit des Unternehmers: „Online-Werbung funktioniert für uns nicht."

Nach über 7 Jahren im Performance Marketing kann ich dir sagen: In 8 von 10 dieser Fälle war nicht die Werbung das Problem. Es war die Seite, auf der die Besucher gelandet sind.

Die Anzeige hat ihren Job gemacht — sie hat einen interessierten Menschen auf deine Website gebracht. Dort ist er dann verloren gegangen. Du hast nicht für schlechte Werbung bezahlt, sondern für Besucher, die deine Website nicht überzeugen konnte.

Die einfache Rechnung, die kaum jemand macht

Nehmen wir echte Zahlen. Ein Klick auf eine Google-Anzeige für „Zahnarzt Berlin" oder „Elektriker Berlin" kostet schnell 2 bis 6 Euro. Sagen wir im Schnitt 3 Euro.

  • Szenario A — typische veraltete Website: Von 100 Besuchern füllt 1 das Kontaktformular aus (1% Conversion-Rate). Eine Anfrage kostet dich 300 Euro.
  • Szenario B — gute Landingpage: Von 100 Besuchern fragen 5 an (5% Conversion-Rate). Eine Anfrage kostet dich 60 Euro.

Gleiche Anzeige. Gleiches Budget. Fünfmal mehr Anfragen. Der Unterschied ist nur die Seite hinter dem Klick.

Deshalb ist die richtige Reihenfolge immer: erst die Seite in Ordnung bringen, dann Werbung schalten. Wer es andersherum macht, verbrennt Geld — und zieht danach die falsche Schlussfolgerung.

Die 6 häufigsten Gründe, warum Besucher abspringen

1. Die Anzeige verspricht etwas, das die Seite nicht zeigt

Jemand klickt auf „Badsanierung Berlin — Festpreis-Angebot in 48h" und landet auf... deiner allgemeinen Startseite mit „Willkommen bei Firma Müller". Der Besucher sucht 3 Sekunden nach dem versprochenen Angebot, findet es nicht, und ist weg.

Regel: Jede Anzeige braucht eine Seite, die genau das Versprechen der Anzeige einlöst. Wer „Badsanierung Festpreis" verspricht, muss auf einer Seite landen, die von Badsanierung und Festpreisen handelt — nicht von der Firmengeschichte.

2. Die Seite lädt zu langsam

Werbe-Traffic ist ungeduldiger als organischer Traffic. Diese Besucher kennen dich nicht, sie haben keinen Grund zu warten. Ab 3 Sekunden Ladezeit ist rund ein Drittel weg — bezahlt hast du trotzdem.

Test: Deine Seite bei PageSpeed Insights eingeben. Mobile-Score unter 60? Dann repariere das, bevor du einen weiteren Euro in Werbung steckst.

3. Es gibt keine klare Handlung

Was soll der Besucher tun? Anrufen? Ein Formular ausfüllen? Einen Termin buchen? Auf vielen Seiten gibt es entweder gar keinen Aufruf zur Handlung — oder fünf verschiedene gleichzeitig.

Regel: Eine Seite, ein Ziel, ein deutlich sichtbarer Button. Und dieser Button gehört nach oben, nicht ans Seitenende. Auf dem Handy sollte er beim Scrollen sichtbar bleiben.

4. Das Formular ist eine Zumutung

Zehn Pflichtfelder, Firmenname, Faxnummer, Captcha mit Ampeln erkennen. Jedes zusätzliche Feld kostet dich messbar Anfragen.

Regel: Frag nur, was du für den Erstkontakt wirklich brauchst — meistens sind das Name, Kontaktmöglichkeit und ein Satz zum Anliegen. Alles Weitere klärst du im Gespräch.

5. Kein Grund, dir zu vertrauen

Der Besucher kommt von einer Anzeige, kennt dich nicht und soll dir sein Bad, seine Zähne oder sein Geld anvertrauen. Ohne Vertrauenssignale bleibt er skeptisch: keine echten Fotos, keine Bewertungen, kein Gesicht, kein Impressum-Link.

Regel: Google-Bewertungen einbinden, echte Fotos statt Stockbilder, ein Foto von dir oder deinem Team, konkrete Referenzen. Menschen kaufen von Menschen.

6. Die Seite funktioniert auf dem Handy nicht richtig

Bei lokalen Suchanfragen kommen oft über 70% der Anzeigen-Klicks vom Smartphone. Wenn dort das Menü klemmt, Text zu klein ist oder das Formular nervt, bezahlst du für Besucher, die technisch gar nicht anfragen können.

Landingpage statt Startseite: der Unterschied

Eine Startseite muss viele Jobs gleichzeitig machen: alle Leistungen zeigen, das Unternehmen vorstellen, für Google ranken, Stammkunden informieren.

Eine Landingpage hat genau einen Job: aus einem Anzeigen-Klick eine Anfrage machen. Sie behandelt ein Thema, spricht eine Zielgruppe an, hat einen Handlungsaufruf — und lässt alles weg, was davon ablenkt.

Deshalb schicken Profis Werbe-Traffic fast nie auf die Startseite. Für jedes beworbene Angebot gibt es eine eigene, fokussierte Seite. Das ist kein Luxus, sondern der Hebel, der über 300 Euro oder 60 Euro pro Anfrage entscheidet.

Deine Checkliste, bevor du (wieder) Werbung schaltest

  1. Ladezeit: Mobile-PageSpeed-Score über 80?
  2. Botschaft: Löst die Seite in den ersten 5 Sekunden das Versprechen der Anzeige ein?
  3. Handlung: Gibt es genau einen klaren, sofort sichtbaren Button?
  4. Formular: Maximal 3–4 Felder?
  5. Vertrauen: Bewertungen, echte Fotos, ein Gesicht?
  6. Mobil: Auf dem eigenen Handy getestet — von der Anzeige bis zur abgeschickten Anfrage?
  7. Messung: Weißt du hinterher, welche Anzeige die Anfrage gebracht hat? (Ohne Conversion-Tracking wirfst du Geld in eine Blackbox.)

Wenn du bei zwei oder mehr Punkten „nein" sagst: Erst die Seite reparieren, dann Werbung schalten. Nicht umgekehrt.

Fazit

Werbeanzeigen sind ein Verstärker. Sie verstärken, was da ist — eine gute Seite wird zur Anfragen-Maschine, eine schlechte Seite verbrennt Budget schneller. Wenn Google Ads oder Facebook Ads „für dich nicht funktioniert haben", schau dir zuerst an, wohin die Klicks geflossen sind.

Unser Angebot bei JPR Consulting: Wir bauen Landingpages, die für Werbe-Traffic gemacht sind — schnell, fokussiert, mit sauberem Conversion-Tracking. Und weil wir aus dem Performance Marketing kommen, wissen wir, was hinter dem Klick passieren muss. Der erste Entwurf ist kostenlos — damit du vorab siehst, was du bekommst.